Pressemitteilung vom 10. November 2016

Volksbanken fusionieren

Tettnang und Friedrichshafen planen Zusammenschluss -
Es soll keine betriebsbedingten Kündigungen geben

Wollen sich angesichts identischer Herausforderungen zusammentun: (von links) Thomas Stauber, Hubert Mayer und Jürgen Strohmaier von der Volksbank Tettnang sowie Harald Riehle und Dirk Bogen von der Volksbank Friedrichshafen.

Was sich seit Jahren andeutet, wird wahr: Die Volksbanken Tettnang und Friedrichshafen planen eine Fusion. Das haben die Vorstände beider Häuser in einer Pressekonferenz am Mittwoch in Langenargen bekannt gegeben. Eine interessante Ortswahl: Die Genossenschaftsbanken sind im Städtle mit jeweils einer Filiale in unmittelbarer Nähe vertreten. Doch nicht mehr lange: Erhalten bleibt die Langenargener Bank, die noch zur Volksbank Tettnang gehört. Der Standort der Volksbank Friedrichshafen wird geschlossen. Kündigungen soll es im Zuge der Fusion nicht geben.

Der Plan: Der Zusammenschluss soll nach Zustimmung der beiden Vertreterversammlungen im Mai 2017 rückwirkend zum 1. Januar unter dem Namen Volksbank Friedrichshafen-Tettnang erfolgen. Die Aufsichtsräte haben die Fusion bereits abgenickt. Die 271 Mitarbeiter sind am Dienstag in Betriebsversammlungen informiert worden. Es wird zwei Hauptstellen geben mit demselben Beratungsangebot für Firmen-, Gewerbe- und Privatkunden - eine in Tettnang, die andere in Friedrichshafen. Die technische Zusammenlegung ist im Oktober 2017 geplant.

Die Partner: "Durch die räumliche Nähe mit angrenzendem Geschäftsgebiet und dem gemeinsamen Wirtschaftsraum passen wir gut zusammen", sagt Hubert Mayer, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Tettnang. Die Absicht: die Kräfte zu bündeln, um die Standorte und damit die regionale Präsenz zu zu sichern. Der Zusammenschluss erfolge partnerschaftlich, betont Harald Riehle, Vorstandsmitglied der Volksbank Friedrichshafen. "Es ist eine Fusion identischer Herausforderungen von zwei erfolgreichen Partnern in einer Region", heißt es in der Pressemitteilung der beiden Häuser dazu.

Wer sich die Zahlen anschaut, sieht jedoch auf den ersten Blick, dass es einen stärkeren Partner gibt: Tettnang lag 2015 bei der Bilanzsumme mit 686 Millionen Euro (Friedrichshafen: 426 Millionen), dem Kundengeschäftsvolumen mit 1,5 Milliarden Euro (Friedrichshafen: 988 Millionen) und den Mitgliederzahlen mit 20 484 (Friedrichshafen: 11 566) deutlich vorne.

Die Folgen: Die insgesamt 271 Angestellten sollen in etwa derselben Anzahl wie bisher an beiden Standorten verteilt sein. "Wir brauchen unsere Mitarbeiter, um die Fusion voranzutreiben", versichert Jürgen Strohmaier, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Volksbank Tettnang. Und: "Es wird keine betriebsbedingten Kündigungen geben." Klar ist aber auch, dass bei der Fusion Stellen überflüssig werden, weil beispielsweise nur noch eine Personalabteilung oder eine Organisationsstruktur nötig sein wird. Diese sollen mittels natürlicher Fluktuation abgebaut werden. Durch die Bündelung sollen ab dem dritten Jahr nach der Fusion 1,5 Millionen Euro jährlich eingespart werden.

Direkt spürbar wird die Fusion in Langenargen und Eriskirch, wo bislang beide Banken Standorte haben. Während in Langenargen die Fusion in der Filiale der Volksbank Tettnang erfolgt, bleiben in Eriskirch die Räume der Volksbank Friedrichshafen erhalten. Für die Kunden soll sich nicht viel ändern, die Ansprechpartner vor Ort bleiben. In Langenargen zieht die Beraterin der Volksbank Friedrichshafen beispielsweise in die Langenargener Bank um.

Der Vorstand: An der Spitze der Bank werden die bisherigen vier Vorstandsmitglieder Jürgen Strohmaier und Thomas Stauber aus Tettnang sowie Harald Riehle und Dirk Bogen aus Friedrichshafen stehen. Dazu kommt der Vorstandsvorsitzende Hubert Mayer, der nach der Fusion Ende Juni 2017 in Ruhestand geht. Sein Nachfolger wird sein bisheriger Stellvertreter Jürgen Strohmaier.