Nullzins trifft uns jetzt und im Alter

Neue Studie beziffert die Vermögensverluste

Das niedrige Zinsniveau wird Sparer weiter begleiten. Jetzt hat eine Studie die entstehenden Vermögensverluste beziffert. Um ihre Anlageziele weiter zu erreichen, müssen Sparer dringend umdenken.

Timo Fischer
Leiter der Vermögensberatung

Die Zahlen alarmieren

224 Milliarden Euro entgehen Sparern in den nächsten fünf Jahren, wenn die Zinsen zwei Prozent unter ihrem historischen Durchschnitt liegen. Auf den einzelnen Haushalt berechnet sind das in fünf Jahren 5.605 Euro.

Dies hat das Center for Financial Studies (CFS) an der Goethe-Universität Frankfurt ermittelt. Im Auftrag der Union Investment hat Studienleiter Uwe Walz, Professor für Volkswirtschaft, die ökonomischen Effekte des Niedrigzinsniveaus auf private Haushalte untersucht. „Es handelt sich dabei um ein potenziell langfristiges Phänomen“, sagt er. Neben der Zentralbankpolitik seien auch realwirtschaftliche Faktoren dafür verantwortlich.

Renditen reichen nicht für die Altersvorsorge

Deutsche bevorzugen in ihrer Anlagestrategie traditionell risikoarme Zinsprodukte. Dadurch sind Anleger gleich in zweifacher Hinsicht betroffen. Zum einen müssen sie gegenwärtig auf attraktive Erträge verzichten. Zum anderen reichen die Renditen nicht für eine angemessene Altersvorsorge aus. Langfristig gesehen fällt der Zinseffekt besonders deutlich aus. Für Anleger heißt das, dass sie noch früher mit der Vorsorge beginnen und/oder ihre Sparquote erhöhen müssen.

Alte Muster greifen nicht

Ein wesentlicher Schritt wäre es, langfristig in risikoreichere Anlagen zu investieren und diese möglichst breit zu streuen, rät Professor Walz. Bislang ändern nur wenige ihr Anlageverhalten. Der Anteil von Bargeld und Einlagen sowie der Anteil privater Lebensversicherungen stieg weiter, während sich der Wertpapierbesitz am Bruttogeldvermögen deutscher Haushalte rückläufig entwickelt hat.

Timo Fischer empfiehlt Anlegern eine persönliche Beratung. "Als Finanzdienstleister sind wir hier gefordert, mit Lösungen, die das Sicherheitsbedürfnis der Anleger respektieren, aber auch im Niedrigzinsumfeld angemessene Erträge bringen. Im Gespräch erörtern wir die Wünsche und Anforderungen des Anlegers sowie die Chancen und Risiken geeigneter Anlageformen ausführlich."

Deutschen Sparern entgehen unter der Annahme eines um zwei Prozentpunkte niedrigeren Zinsniveaus in fünf Jahren mehr als 200 Milliarden Euro auf ihre gesamten Spareinlagen. Pro Haushalt sind das mehr als 5.600 Euro. Das ist ein Ergebnis der ökonomischen Analyse des Niedrigzinsumfeldes in Deutschland durch das Center for Financial Studies (CFS) an der Goethe-Universität Frankfurt.